Inszenierung vs. Authentizität

Im ersten Lesen könnten man meinen, es ist so ein gegensätzliches Wortpaar, als dass diese nie zueinander finden können. Ist es gar paradox bei einer Inszenierung von authentischen Momenten zu sprechen? Echt oder falsch. Wahr oder erfunden? Wie glaubwürdig zeigt sich uns eine scheinbare Inszenierung. In meinem fotografischen Sein, begegnen mir immer mal wieder diese inneren Fragen. Was sich mir als ein Aspekt zeigt ~ reicht eine wahre Absicht in einer Inszenierung der Authentizität sogar die Hand? Ist es gar ein Prozess des Gestaltens und damit ein schöpferischer Akt? Nach meinem Fühlen kann es auch ein Raum sein, im Erleben mit sich selbst. Quasi führt die „Inszenierung“ hinein in die eigene Tiefe. Es öffnet sich ein ErlebensRaum. Die Frage ist aber auch, gerade aus fotografischer Sicht, wie lassen wir uns manipulieren in einer scheinbaren Erwartungshaltung, auch an uns selbst? Und offenbaren am Ende eine Geschichte, die in der Essenz eben gar nichts mit uns zu tun hat, eher als Nahrung jene Erwartung des anderen beglückt.

Das Zeitrad zurück gedreht. Die erste Definition, die es zur Inszenierung gab, ist jene von August Lewald (1837) „In die Szene setzen“ heißt demnach, ein dramatisches Werk vollständig zur Anschauung zu bringen.

Auf den Punkt gebracht und aus meiner Erfahrung und Sicht der ErlebensFotografie ~ reicht sich da eben auch ALLES. Vollständig heißt eben ~ all das bin ich. Nichts wird mit Kaschieren und vermeintlich „schöner machen“ manipulativ beeinflusst.

Nochmal zurück in der Zeit ~ später sprach man in der „Szene“ mehr von Erzeugnisstrategie als von AnschaulichMachen. Es ging also mehr darum, ein Kunstwerk hervorzubringen. Das halte ich nicht grundsätzlich für „falsch“ warum auch. Doch wenn wir versuchen, „es“ (in dem Punkt also uns selbst) manipulativ als was Anderes zu verkaufen, um z.B. mehr Kunden zu gewinnen, oder oder … anstatt uns wirklich auf unsere Stärken zu fokussieren, dann halte ich das durchaus im kritischen HinBlick für eine „Fehlentwicklung“.

In der ganz natürlichen Umsetzung heißt Inszenierung also, dass ästhetisches Potential und die Intention der Gestaltung einander begegnen. In meinem fotografischen Alltag ~ zwischen Kundin & Fotografin.

Im Theater bspw. spricht man in der TheaterSzene von „auffälligem Herstellen & Herausstellen von Gegenwart“ oder sogar von „sinnlichen Prozessen“ innerhalb einer Inszenierung. Vor allem innerhalb des Entstehungsprozesses. Ist das nicht ein schönes Bild? Ich mag Dich einladen, das innerlich einfach mal durchzuspielen: Eintauchen in den Prozess Deiner Inszenierung ~ Jene, der ganz eigenen Art. Innerhalb eines BusinessShootings zum Beispiel. Die Bilder. Wenn sich in der Vollendung dann alles von Dir im natürlichen Tun hin zu Deinen Kunden reicht. Spürst Du es? Dann offenbart sich da ein Potential, das in sich so sehr Deine einzigartige Lebendigkeit trägt, wie es eben niemand anders hat. Und damit erschafft sich im Ausdruck der Bilder etwas, wo es nicht mehr darum geht, Dich von anderen abzugrenzen/abzuheben auf dem Markt, sondern DU BIST EINZIGARTIG!  Inszenierung zielt also auf Wirkung ~ ist dies grundsätzlich falsch? Es kann also durchaus „darstellende Kunst“ im Sinne der eigenen Art sein ~ als Sprache zum Gegenüber. In der Fotografie spreche ich erst dann in „fühlbaren“ Bildern.

Ich glaube inzwischen ist das Wort „Inszenierung“ an sich, so dem Wertungsdenken auch einfach unterlegen, so dass wir gar nicht mehr ehrlich spüren, wie alltagskulturell und sozial wir uns damit auch bewegen können. Frage die bleibt ~ die es immer wieder eigenehrlich zu beantworten gilt: Wie bewegen wir uns authentisch in einer „InszenierungsGesellschaft“ … welche Saat setzen wir, um alles in allem Tiefe und Wahrheit wirklich zu leben.

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